1593: Repoerts abouut the Battle of Sisak

 


1593, late June.

General Andreas von Auersperg's report.

Aigentliche Particularitaet, wie und auf wass weg die jüngste dess Bassa in Bossen Niederlag under Sissekh den 22 Juny dis 93 Jahrs fürgangen.

Wiewol Ich seiner des Bassa versamblung willen zeitliche kundschafften und absonderlichen Thaten gehabt, hat man doch vorber seinen Ausbruch wohin er entlich bemeint sei, weil er es auch seiner geheimbsten nit vertraut, nit erkundigen mögen. Inmassen dann zwar sein des Bassa opinionem seines Ausbruchs eillen weilen er den zweien Beghen als dem in der Lika und Hleuena etliche tag ehe sie zu ihm gelangt bei Zaisin zu erwarten bevolhen selbst contrariose gewesen, nichtsdestoweniger als er Bassa mit seiner volligen Macht, die man uff 50.000 Man geschätzt, den 22 Juni (?) unter Sissek gefallen. Bin ich dessen straks des andern Tags vom Burggrafen von Schelin erindert worden. Weilen ich aber etlicher massen in zweifel gestellt, ob disem also oder nit, sintemal mir dieser seits weder vom Herrn Ban noch Herrn von Eggenberg, die es doch vor andere wissen sollen, kein Wort zukommen; sonderlich aber darum, weil ich gar wenig Tag zuvor Kundschafft von einem Zengger gehabt, der aus der Türkei (unangesehen gehabter Bürgschaft) zu Fleiss entloffen, der Bassa wäre mit Geschütz unter Ottochaz zu ziehen bedacht; also hab ich demnach auf gemeltes Burggrafen von Schelin (obwolen jederzeit meine Meinung gewest, mit meinem unterhabenden Kriegsvolk, wo es von Nöthen, zwar meinen Pflichten nach zu jedem Nothfall das meinige treulich zu leisten) mich mit meiner Ritterschaft alsogleich von dannen nit erheben, sondern in allweg von gedachtem Herrn Ban und Herrn von Eggenberg mehre gewissheit disorts erwarten wollen und wie ich nun (neben dem ich mein Kriegsvolk mittlerweilen in guter Bereitschaft gehalten) mehrere Erinnerung erwarte. Also werde ich gleich den 16 hernach von Herrn Ban und Herrn von Eggenberg umb hilf und meinen Zuzug (mit gleich Bericht der Belagerung von Sissek) ersucht und gebeten, darauf ich mich also meinem gefassten Intente nach im Namen des Allmächtigen den 17 hernach mit meiner Ritterschaft den 200 Crainerischen und 100 Cärnerischen (Kärnthnerischen) Pferden aufgemacht und denselben Tag bis gen St. Johannes, den folgenden Tag aber bis an die Schanz, so Herr von Eggenberg an dem Fluss Saw ein halb Meil von Agram aufwerfen lassen, gerukht; nach dieser meiner alda ankunft haben sich Herr Ban und Herr von Eggenberg also auch der Herr von Rödern den 19 frue bei mir befunden und mich der leidigen beschaffenheit Sissek mit mehrerem erinnert; darauf gegen wolgedachte Herrn dis mein Proponiren gewesen: Ich sei der Ursach willen mit meinem Kriegsvolk herkommen, alles dis neben ihnen mit treuem Gemüet wider den Feind zu leisten, was nur aus menschlicher müglichkeit geschehen könne, mit diesen angehängten Bitten, was sie nur vorhabens, das es beides umb der alberait vor Hand habender Not selbst und deswegen bald thun wollten, weilen ich mit meinem Kriegsvolk umb Vermanglung aller Bedörfftigkeit lang im Feld nit still liegen und verbleiben könne, wie mir das Gott weis menniglich glauben mag. wo Herr Obrist Proviantmeister Innocent Moshkon auf mein freundlich Bitten hundert Gulden mir zu Freundschaft nit dargestreckht, damit ich jed. wedem meiner Reiter 2 fl. aufs Pferd zum Streiff fürgelihen, ich solche meine Rais not und unmöglichkheit halben unter wegen hätte lassen müssen.

Auf dieses mein fürbringen wie uns nun des gestrakhen Fortzugs gegen Sisseg im Namen Gottes alsbald resolvirt; und als wir alsogleich nach dieser Resolution in Aufbruch gewesen, kommt uns eilende Post, es ziehen 300 Türken zu Ross gegen Brasenitz und derselben Enden; darauf ich unverzogenlich meine zween husarische Hauptleut, Miklo Thadiolovitschen und Michael Miharinitsch, mit 100 Husaren abgefertigt, denen auch Herr Ban in die 200 Husaren, also auch Herr von Eggenberg bei 70 oder 80 Montecuculische Reiter zugeordert; diese ziehen also fort, wir aber richten uns einen als den andern weg zum gleichen Fortzug, halten auch im Feld eine gute Zeit in völliger Schlachtordnung darumben still, bis wir ihrer Verrichtung, weilen es ziemlich nahent, einen Bescheid erlangten.

Über drei Stund ungefährlich kommt uns von ihnen di Post, dass sie angeregte 300 Pferd Türggen getroffen, sie geblettert (geschlagen), von ihnen, neben dem sie vber 80 Klepper (magere Pferde) bekommen und auch über 40 (Türken) gefangen und also die übrigen heim gejagt.

Nach diesen erlangten Zeitungen ziehen wir also den 19 Tag bis gen Schelin und weilen die vorigen Tag Herr von Eggenberg auch Herr Ban von Herrn Grafen von Serin etliche Posten und Bericht gebabt, er Herr Graf wölle ihnen mit seinem kriegsvolk auch Beistand leisten, deroweilen sie Herrn ihme dann absonderlichen auch bei Tag und Nacht lauffende Post ersucht und gebothen sein wir den folgenden 20 Tag alda zu Schelin sein Herrn Grafen wegen, zumahlen weilen wir uns wahrlich an Mannschaft schwach befunden, still gelegen.  Als er aber denselben Tag nit angelangt, haben wir auch ferner nit gewartet, sondern den 21 ist bis gen Novigrad zwo Mail von Schelin gezogen; do wir nun alda zimblich zeitlich angelangt und gleich sintemal sich noch wenig besorgt die Klepper absatteln und zäumen lassen, kommt uns ein eilende Post es seien 200 Pferde Türggen gegen uns ziehend eine halbe Meile Wegs von dannen ersehen worden; darauf wir uns sine mora widerumb in unser Rüstung auf die Pferd und aus dem Lager in völliger Schlachtordnung an unsere Lärmenplatz begeben und alda nach Abfertigung der Husaren zum besichtigen eine gute anderthalbe Stund auf den Feind gewartet. Da nun die Zeit verloffen, kommen die Husaren mit Anzaigen, dass es nichts gewesen. wie sie dann auch nichts gesehen, allein dass erst über ein Weil hernach fürkhommen, es waren etliche türkische Pferd, die von fern unser Lager besichtigt, wahrgenommen, darauf wir uns dann widerumb in unser Läger mit vorher angeordneten guten Wachten und Scarten erhoben.

Den folgenden 22 Juny kommt Herr Ban neben seinen Hauptleuten samentlich gar frue nach angebrochenem Tag zu mir, Er müsse vernemen Herr von Eggenberg seie bedacht blötzlich darumben nach Sisseg dasselbe Haus nur zu besehen, zu ziehen und des andern Tags gestrakhs sich widerumb darvon zu machen; und weilen dann dieses sein fürnemben des gestrakhen und dannenzugs halben, mehrers schädlich als nutzlich, zumal aber allein dieses verursachen würde, dass die Feind durch unsern widernehmenden gestrakhen Abzug allein geherzt und freudig, die unsrige aber im Schloss Sissegh nur zur Kleinmüthigkeit und dahin getrieben, dass ob sie das Schloss gleich noch länger zu erhalten wussten, es doch ehunder, als wenn wir gar nie hinkommen wären, aufgeben möchten. neben dem, man sich auch dessen zu befahren, weil des feinds Pruggen über die Kulpa bereits fertig, des auch uns nach nehmenden unserm Abzug durch den Feind merkliche Schädlichkeit leichtlich zugefügt werden könnte; demnach man alles dieses besser hätte zu bedenkhen, wie er dann sonderlich, wann er auch der Vernunfit nach gehen sollte, füglicheres nicht zu rathen wüsste, als weilen man allein das Haus Sissegh zu besetzen hinziehen und weiter nichts fürnemen wollte, der Hinzug viel besser gar zu unterlassen wäre, mich darauf gebethen (neben dem Er zum fahl dardurch dem Haus Sissegg was schedliches begegnete, darwider protestirt haben wollte) Ich wölle auch Herrn von Eggenberg zu mir berufen und ibme dieses alles entdecken. Wie er nun Herr von Eggenberg auf mein Bitt zu mir kommen, dem ich sein des Herrn Bans auch seinen von den windischen Ständen dawesenden Hauptleuten mainung erklärt, hat er darauf geantwordt, es sei ihme, weilen er weder für die Räderischen Reiter noch die Reittenauischen Knecht mit notwendiger Proviant noch anderer Bedürftigkeit fürgesehen, länger im Feld zu bleiben ja nit müglich, allein dass er gemeltes Schloss besichtigen und den andern Tag wiederum davon zihen wolle; derowegen er auch protestirt, und vermeldet, wann durch dieses sein hinab und gestrakhs wieder zuruckziehen (weilen sich yn allein allerlei schadlichkeit dadurch zu befahren) entzwischen das Haus Sissegg verloren werde, Er auch vor Gott und der Welt entschuldigt sein wolle. Und dieses sein beiderseits die damals fyrgeloffenen beiden Protestationen gewesen, das ich aber sagen könnte, wie ainer under vns gewest, der nicht hinab ziehen wöllen und Herr von Eggenberg (als ich etlicher massen muss verstehen) dawider protestirt hätte, davon khan Ich. sintemal ich kein wort gehört, nichts reden, dann Ich zumal zum haimbzug kein ainziges Bedenkhen gehabt, weilen ich eben derowegen mit meiner Reitterschaft von Carlstadt gezogen.

In solchen abgehörten zu beiden Theilen hin und wider protestiren, mit welchen man eine gute Zeit zugebracht, ward endlich von allen Theilen (die recht Wahrheit zu bekennen) zwar gewiss nicht aus unerheblichen, sondern mehreren und nachfolgenden Bedenkhen der Zurückzug geschlossen, nemblich weil des Feindes Macht merklich gross, zu deme er sein Pruggen schon zum grossen Vortl hätte, wir aber entgegen über 5000 nit stark, zumahl aber mit der Bedürftigkeit für das Volk sonderlichen so weit nit fürgesehen wären, dass wir uns in einem gleichen Vortheil im Feld unter ein viertl Stund in Sicherheit (hielten).

Eben in diesem hin und wider wandeln kommt der Allmächtige Gott mit diesem genedigen Rath inzwischen und ordnet, dass (von) Sissegg eine eilende Post angelangt, gleich jetzt sei es Zeit hinzuziehen, das Haus Sissegg zu entsetzen, zu erretten oder solches ganz und gar zu überlassen und des äussersten Verderbens dadurch zu gewarten, weilen es zum Sturm so ganz und gar ja solchermassen beschaffen, so dass auch die, so darinnen sein, einige Hoffnung haben, dasselbe noch diesen Tag zu erhalten. Auf diese Post ohne allen Vorzug auch ohne weitere fürgehende Reden in puncto, in massen auch schon alles Ross und menniglich zum Aufbruch fertig wär, das Hinabrucken geschlossen, und man Gott geordnet; als wir also an dem Wasserstrom Sau auf ein Meil Wegs in der Zugordnung von Novigrad aufbrechen und fortziehen, kommen wir auf ein weit doch gar gemüssigts Feld zwischen der Sau und Odra liegend, alda richte ich gestraks unser gute Schlachtordnung, die Husaren neben dem crabatischen Fussvolk mit solchem Befehl voran, dass sie neben uns, als denen 300 Archebusieren, 200 Crainerischen und 100 Cärnerischen Pferden, den Angriff thun sollen, die Röderischen 500, die Montecuculischen und die Reittenauischen Knecht aber wurden zum Nachzug verordnet; hierauf ziehen wir also angeordneter massen in des Allmächtigeu Namen fort, doch aber ganz und gar unwissend, wie es noch eigentlich mit dem Feind beschaffen, ob er herdieshalb seiner Pruggen sei oder nit. Allein das gleichwol dieser so von Sissek kommen meldet, er achte dafür, es seien in die 2000 Turggen Wacht und Scarten zu halten auf dieser Seiten.

Nach unserm zimblichen starkhen fortzug über ein halbe Stund, da wir noch weiter ins Feld kommen, haben wir zwar die beschaffenheit genugsam und 3 grosse merkliche hauffen Turggen in gleicher guter Schlachtordnung ziehend, auf diesem Weg gesehen, nemlich in ihrem gegen uns ziehen das Fussvolk, alles Schützen, auf die linke Hand zu der Odra, den Memibegh mit seinem Hauffen in der Mitten, den Bassa aber mit den Seinen auf der rechten Seiten zum Angriff verordert. Wie nun (ungeacht dieses niemand geacht) kein ander mittel gewesen als in gleichen auf die Feind dapfer zu setzen oder schädlich zu fliehen, also hat man demnach die Resolution, nemlich anzugreifen, in einem Augenblick geschlossen; welches auch so eylendt und unverhofft zugangen, dass die Husareo, denen doch neben uns, als obgemelt, der Angriff befohlen worden, unser (unangesehen wir ihme auf der Sohlen gewest) nit erwartet, sondern wie allezeit ihr Brauch, dass sie ehr und das Prae allein haben wollen, den Angriff wider ausdrücklichen Befehl allein gethan, nach welchem ihren Angriff und als sy den Feind kaum recht angesehen sy Husaren von ihnen neben dem Croatischen Fussvolk gestraks in alsbald zuruckgeschlagen und ziemlich viel unseres Fussvolks in die Odra erjagt worden. Ich aber derzeit mit obberührter meiner Ritterschaft, deren 200 Crainerischen und 100 Carnerischen Pferden da nächst an den Husaren gewest auch gesehen, wie sie alberait tractirt und an wem es erwindte, habe anders nichts thun können und sollen, dann in dem Namen Christi Resoluta mente strakhs in die Feind zu dringen, in welchem unsre Einbruch wir uns nach ersehender Gelegenheit also anordnen müssen, das obwohlen vnserer 600 Pferd Ordnung beysammen und, wie gemeldt. funfzehen Mann im glidt gewesen, so hat sich doch der Memi Begh mit seinem hauffen undterstehen vns vmbringen und zugleich wie der Bassa von forne (vorn) also auch Er von hinderwärts auf uns schlagen wöllen, welches Er Memi Begh auch, weilen die Röderischen Pferdt und das Fussvolk zimblich weit nach hinden war (die wir von ihnen kein so geschwinde Entsetzung gehabt hätten), wol und leichtlich thun können, wo Ime unser mittel, in dem vnser jetztgemelte Ordnung zerschnitten und die Crainerischen Pferdt auf Ime Memi Begh geschickht, darunder sie sich dann warlich in gleichem ritterlich gehalten, nit gehindert noch abgewöhrt; das also da die Husaren schon geflohen und verjagt, Ich mit meiner Ritterschaft und den Carnerischen 100 Pferdten den Angriff in des Bassa, die Crainerischen aber in des Memi Begh hauffs gehabt, welche wir auch also gestrakhs mit des allmechtigen Beistand, daran er sonderlich zu Trost dener betrangten Landten und der armen Christenheit gegen diesen 600 Pferdten, die warlich, als es die ganze Welt bekennen muss, alles gethan sein grosse macht und allmechtigkait erzaigt, zu rugg geschlagen in die Flucht und solcher massen in die drey Wasser Kulpa Odra und Saw gejagt, das was nit erschossen und nidergehaut, wie dann gewiss was under die Archebusier geraten, keiner bei leben gelassen worden, sich alles hauffenweise under das Wasser getruckht und ersauffet.

Nach welcher unser Gottlob glücklicher Vernichtung als wir auch schon an dem Feindt im Wasser vnser freud gesehen der letztere hauffen, inmassen er oben benent, bej welchem auch Herr von Eggenberg gewesen, doch aber für sein Person gar baldt zu vns kommen hinnach gelangt und auch naher dannocht diss gelaistet, sovil ferner zu verrichten von nötten gewest.

Und dises ist die grundtliche Particularitaet aller fürlauffenhait vom 17. meines Auszugs von Carlstadt bis zum 22. Juni, welche menniglich so darbej gewesen, der warhait zu guetten wirdet confirmiren müssen. Wer aber aller und wie viel Volks in allem todt verbliben, das khan man seit selbmal und auch jetzt aigentlichist (ausser dessen, dass gleichwol vnverborgen alle die meisten Häupter als der Bassa selbst, seine Beghen, Zaimen, Vojvoden, Agen, Spahien und ansehnlichen ältesten Türggen und Grenizern umbkommen) nicht wissen, allein inmassen Ich es gleichmässig Irer f. Dbl. meinem gnädigsten Herrn gehör berichtet, ist dise Tag ein Fribekh Namens Tanai Paul von Erlaw aus Hungarn gebürtig, welcher daselbst vor 4 Jahren auf ainer Tschette vom Türggen gefangen worden, und dise maiste Zeit dem Memi Voivoda von Wihitsch gedient, von do:ten hieher entsprungen, der hat angezeigt, er sey selbst auch bei dieser Niderlag under Sisseg gewesen, doch aber im angangnem treffen über die Pruggen und davon kommen, hat auch gemelt, wie er gewiss waiss, dass des Bassa ganzes Heer in die 50.000 stark sei gewesen, also hab er Bassa seinem Herrn als obgemelten Memi vojvoda oda befohlen, das Volk, so er mit sich über die Pruggen wider vns nemen, abzuzehlen, das hab er gethan und Ime Bassa mit 20 m. auserlesenen und der bösten Namen neben nachfolgenden Begen und Häuptern befunden. Als Ime Hassan Bassa selbst seinen Brudern den Begh zu Tschernikh. den Begh von Orihovitz, den Begh aus der Bossega, den alten Memibegh zu Suornikh, seines des Memibegs Sohn Ibrahim Begh aus der Lika, des Türkischen Kaisers Schwestersohn Mehmet Begh zu Zkenderia oder Albania, Hrustan Begh von Petrinia und dann den Begh zu Vutschitern, des alten Ferhat Bassa in Bosen Sokolovitschen Sohn, von disen Häuptern allen solle allein Ribekh anzaigen nach jetzt gemelter kurtbegh davon der aparnikh Begh von Hlena aber ehrebalb des Wassers bei den stückhen durch den Bassa gelassen worden und auch haimb von dem ganzen hauffen der 20.000 Mann aber gewiss über drithalb Tausent nicht hinwegkhomen sein, darüber erwartte Ich gleichwol mehrere aus der Bruggen.



1593, late June.

Significant newspaper report about the Battle of Sisak dated June 22, 1593.(Additions from the print)

Demnach allhin zu Prag Jüngsthin Zeitung ankommen, dass der Röm. Kais. Maj. Kriegsvolk bey Agram in grosser Eil sich versammelt, Inne Willens Sissegkh zu entsetzen, also seind sie in derselben Meinung fortgezogen, welliches der Bassa von Bosna erkundigt mit seinem [reisigen] Zeug über die Culpa und neugebauten Pruggen gezogen, die Reitterei in zween [Theil] Hauffen getheilt und als das Christlich Kriegsvolk daselbst auf 22 dis ankommen, hat er nur ein Hauffen stehen lassen, vermeint sie damit ins Feld zu locken [und in die Weite zu bringen, darmit er sie hernach wie im vergangnen Jahr beschehen, umbbringen konnt]. Derowegen die unsern zum schlagen anfänglich Bedenken gehabt, doch letztlich beschlossen, weil Sissegk in so grosser Gefahr, mechte hiedurch das ganze Land, da man dasselbige nit entsetze, verloren gehn; derowegen 200 (Hausaren) Husaren, den Feind zu erkennen fortgeschickt, als solche nahent zu des Feinds Haufen kommen, haben die Türken strakhs auf sie ge[druckht]ruckht, weil aber die Husaren zu schwach gewesen, haben sie sich alsbald gewendet, darauf sie die Schützen Reiter entsetzt und mit solcher furi hineingeschossen, das die Türken alsbald gewichen und in ein [unordentlich Flucht] Unordnung sich begeben. Als nun die unsern ersehen, dass gemelte Türken in der Flucht, habens mit der Schlachtordnung und ganzem Haufen ihnen nachgesetzt, seind etliche über die neugebaute Pruggen des Fluss der Culpa entrunnen, die aber vermaint zu dem (zweien] andern haufen zu stossen und daselbsten sich von Neuem zu wehren, bis ihnen [neure] Hilf vom Fussvolk aus ihrem Lager zukommen; aber es haben die unsern nach den flüchtigen Türken, deren in die 300 gewesen, die Pruggen eingenommen und verwahrt, auch den übrigen haufen der flüchtigen Türken so stark [und mit solchem Ernste] nachgesetzt, dass sie sich nicht mehr wenden können, und also ihr Ordnung gebrochen, dadurch sie zur Flucht verursacht, der meinung ein [Furth] Fort oder Pass an der Kulpa anzutreffen, welches ihnen gefehlet, dadurch sie mit grosser Unordnung ins Wasser gesetzt und auf der andern Seiten mit den Pferden wegen der Höhe des Ufers nit zu Land kommen könden, also ein starkhen Drunkh thun müssen; unter dessen haben die unsern dapfer gegen den Feind gearbeit und mit solchem Eifer nachgesetzt, dass sie Niemand gefangen genommen, sondern alles niedergehauen, besorgend, es möchte aus dem Lager neue Hilf ihnen auf den Rücken [ge]stossen, aber diejenige [welche theils vber die Brucken kommen und die andern] so durch die Culpa gethrummen, haben soliche Zeitung ins türkische Lager gebracht, dass sie auf keiner Entsetzung oder Gegenwehr gedacht, sondern jeder sich zu salviren und zu erretten seine Gedanken gesetzt, haben erstlich das Pulver und die Munition in der Eil angezündet und jeder da er am sichersten [zu sein vermeint] hinausgelaufen; darauf die unsern über die Pruggen gezogen, das türkische Lager eingenommen, darin 7 Stück grosses Geschütz gefunden, under welchen eines der Cazianer [Castianor] genannt, welches vor Jahren den Christen abgenommen worden und alle Gränitzhäuser sich vor diesem Stück entsetzt haben. Also hat Gott der Allmächtige den Unseren ein ansehnliche Victoria verliehen, sollen gleichwol der Unseren bei 500 auch umkommen sein, der Türken aber, so über 10 Tausend stark zu [Pferd] Feld gewest und mit dem Bassa von Bosna über die Pruggen gezogen seind, über [400 nit entrunnen] 800 nit erdrunkhen, des Bassa  bestes Hauptpferd [auch sein Sabel seind gefunden und sein Schildjung gefangen worden.] und der Schildjung gefangen worden. Wa er aber hinaus, waist man nit. So sollen über 3000 Türken zu Fuss in der Kulpa ersoffen sein und ist der Türkische Hauf in allem von Reiterei über die 10.000 und an Fussvolk auf 20.000 stark geschätzt worden, die unsern aber in Allem in 5500 nit stark sich befunden.

Der Herr von Eggenberg ist Feldherr gewest; die Räderischen Reiter haben sich redlich gebraucht und niemand anfänglich gefangen genommen, sondern alles niedergeschossen und zu Boden gehauen. Diese siegreiche Zeitung ist den 28. diss auf Mittag durch des Herrn von Eggenbergs Diener, welchen er aus dem Lager abgefertigt, so selbsten mit und dabei gewest, Irer Maj. zu wissen gethan, da darauf man heutigen Morgens vor dem Ambt mit sonder Solemnität das Te Deum laudamus gesungen und in der Hofkirchen verrichtet worden.

Der Herr Graf von Serin ist bei diesem Treffen nit gewest, (weggeblieben), sondern hat ein andern Streiff auf Wajnaluka (Banjaluka) zuvor für sich genommen, hat man seiner des Grafen Ankunft nit erwarten können. Gleichfalls soll auch der Herr Nadasdy ausgefallen sein, aber von seiner Verrichtung hört man noch nichts. Der Allmächtig möge weiter sein Gnad mitteilen, den unsern Sieg und Hilf wider den Erbfeind verleihen. Man sagt, da diese Entsatzung nur noch einen halben Tag ausblieben, hette Sissekh nit länger halten können, dann die Türken habens dermassen beschossen und allberait Pruggen dazu gebaut, dass sie den Sturm weiters nit hätten aushalten mögen, dann von Tausend deutschen Knechten sollen nit mehr als 50 im Leben gewesen sein.



1593, June 24.

Letter from Andreas von Auersberg to David Ungnad.

Aus dem Leger bei Sissegg schreibt Herr Andre von Auersperg dem Herrn Ungnaden. Ja nit allein soviel, dass als ich den 17 dis mit meiner armen Ritterschaft ganz blos neben dem Crainerischen Ross Aufpott also auch denen 200 Cärnerischen Pferden und etwas wenigs zu Fuess mich von Carlstadt zur Entsetzung des Haus Sissegh, welches Hassan Bassa allberait zum Sturm ganz und gar beschossen, aufgemacht und zu dem Herrn Ban, von Redern und von Eggenberg erhaben, hat vns der Allmechtige Barmherzige Gott den 22 diss hernach mit so gnädigen Augen zu Trost dër armen Christen angesehn und des Hassan Bassa lang geyebten Hochmuet sollicher massen gestillt, dass er es auch nahendt bei Sissegg mit sambt seinen Begen, Zaimen, Voivoden, Agen, Spahien und andern ansehnlichen Türggen mit dem Kopf bezalt, wie mir dann allberait gestern sein des Bassa Körper vollig sambt des alten Memibegs von Svornikh kopf neben anderen vielen stattlichen fürgebracht worden; dem Allmächtigen sey dafür Lob, Ehr, Preiss und Dank gesagt. Wie ich nun gleich die Summa der todt verblieben Turggen (welche gewiss sehr gross) noch nit weis, ohne allein, dass mir wolbewusst Er Bassa mit seinen besten Kern und Ausbundt von allen Gränitzern, wie etlich Gefangene melden, samt 8000 verbliben, so doch verhoffe Ich in kurz aus der Türggey zu erfahren, inmassen ich dann nit unterlasse, meinen gnädigen Herrn Vattern die eigentliche Particularitaet hinach zu schicken. Sonsten sind 9 gross und kleine Stück auf Rödern, darunter die Kazianerin abgedrungen worden, und mag mir mein Herr mit Wahrheit glauben, dass ich mein Tag kein schöner mit Gold und Silber, schönen Rossen und den stärksten Personen geziertes Heer als die gesehen. Das übrig hinach.

1593, June 24. Sisak.

General Andreas von Auersperg reports to Archduke Ernst
about the defeat of the Turks at Sisak.

Durchleuchtigister erzherzog, gnedigister fürst vnd herr. Euer fürst. Dhlt. seindt meine gehorsamb vnd pflichtschuldigiste dienst jederzeit volberait zuuor. Weilen herr comissari der von Eggenberg alberait ain aigne post zu euer für. Dht. abgeferttiget, zweifl ich gehorsamst nicht, dan dieselben werden auss seinem schreiben nottürfig gnedigist verstanden haben, was sich (als ich den 17. dits mit meiner ritterschaft, dem Crainerischen aufpotvolckh zu ross also auch denen 100 Khärtnerischen archibusieren mich von Carlstatt erhoben) den 22 nachher vnder Sissekh, welches hauss schon zum sturmb beschossen gewesen, zwischen vns vnd dem gewesten Hassan Bassa in Bossen vnd seinen ansehenlichen bey sich gehabten häubtern, denen beegen, saymen, agen, spahien, woyuoden vnd seinen bösten khern, deren etliche gefangenen thürggen anzaigen nach gwiss in die achtausent gewesen, durch die genad gottes verloffen vnd zuegetragen. Wie nämblichen derselbe sambt denselben seinen bösten hauffen nicht allain aufs haubt geschlagen, sondern solchermassen erlegt worden, dass auch von ihnen, die in der Khulp nicht ersoffen, die wenigisten vmb ir haimbkhunfft wissen, inmassen ya dan sonderlichen meine leuth noch gestern sein des Hassan Bassa völligen khörper neben des alten Memj beegs zu Suorinkh khopf vnd vil andere ansehenliche khöpfe fürgetragen, ohne was man mich, dem herrn baan vnd anderen zuegebracht, auch was sonsten für ain merklicher grosser hauffen so wol von denen ansehenlichisten heubtern als andern Thürggen, darumben auch die aigentliche particularitet, biss nicht etwo jemants aus der Thürkhey khambt, nicht zu wissen, wer vnd wie uil an der zahl aller in wasser verbliben oder nider gehauth worden, der ich gleichwol des gesehen vnd wais, es auch also benolchen, was meinen archibusirn vnder handt gestossen, die wir neben dem Kharner vnd Crainerischen reuttern das erste treffen gethan, khainer beym leben gelassen, sondern alles also nidergeschossen vnd erlegt worden, das ich gehorsamst (wie auch menigelich darfür haltet) gewiss glaub, vndter vns khainer so alt, der ainer solchen glickhlichen sigreichen victori von souil ansehenlich Thürkhischen heubtern, die zumal auf diser gränzen vnder ainsten vmbkhamben wäre, gedachte, sonderlich aber das inen ain so stattliches geschüz als nämblichen nein grosse vnd khlaine stüekh auf rödern, darunder die Khazianerin, in freyen veldt wör abgerungen worden.

Wie sich aber gleichwol nicht weniger das widerwärttige glickh im angriff, in dem das husarische also auch alles Crabatische fuessvolkh durch den feindt alsbaldt ganz vnd gar zuruck geschlagen vnd in die flucht geiagt worden, ziemlich erzaigt, so hat doch der allmechtige Gott vnss durch den gestrackhen standhafften nachtruckh vnd einbruch in die feindt sein genad also reichlich erzaigt, das inen darfür in ebigkhait vmb souil desto mehr so grossser lob vnd dankh zusagen, als mir zwar aber gehorsamist vmb souil desto weniger gebürth diserseits mehrers zuschreiben, weil den rechten grundt (vngeacht vnzweifenlich viler vngleichen reden) ohne das meingelich vberflüssig an den tag wierdt geben müssen.

Vnd weil ich mügliche gewissheit, wie viel feindt in allen todt verblieben, zu erlangen mich will befleissen, welcher willen ich auch jezt gehorsamst khain gewisshait melde, also vnd jedoch solle eur. fürst. Dt. von disen hinnach vuderthenigister bericht zuekhumben, der ich auch (ausser meines furiers vnd aines arhibusier khnechts vnder meinen fahnen, so auch vnd den Kharnerischen pfärdten des haubtmans von Obritschans jungen, welche nidergehaut worden) nicht wais, wer noch von den meinigen todt verblieben, allain das auch bey 40 oder 50 pauern (haramien), vnd zwei Carlstättische khnecht fast alle im wasser vmkhamben vnd ertrunkhen.

Schliesslichen vnd so dan füeglichere zeit als jezt jemals gewesen, sich vmb Petrinia, auch was diser geweste vnruebige Bassa sonsten eingenomben vnd erobert, zu langwiriger versicherung des geliebten vatterlandts mit rechtem eyffer widerumben anzunemben, darumben ich sonderlich gehorsamst noch bitte vnd für rathsamb halte, khain zeit dits orts desswegen zuuerlieren, weilen dissmal auch den feindt sein hochmuth volgestürzt vnd stattlich genomben. Also werden demnach eur. fr. Dht., sintemal an volkh vnd aller andern notturfft, alda gewiss grosser ja eben solcher mangel erscheint, das jezt ausser baldigster hilf ain mehrers nicht fürzunemben, ohne mein gehorsamste massgebung solche gnedigiste handtraichunge mit verordnung aller bedurfftigkhait, was dan in allem zu ainem solchen thuen sonderlichen zu denen gegen gepeuen vonnetten, so gnedigist zu uerschaffen wissen, als sy sich hieuor ghnedigist auch anerbotten, sy es an iro nicht erwinden lassen wollen. Vnd souil habe euer fr. Dht. ich zu gnedigist wissen gehorsam anfiegen vnd deroselben mich zu fürstlich gnaden vnderthenigist beuelchen sollen. Datum in veldt bey Sissekh, den 24. juny a. 93. Eur fürst. Dht. vndertheniger vnd gehorsamister, Auersperg, oberst.

Iz vana: Dem durchleuchtigsten fürsten, herrn, herrn Ezüsten, erzherzogen zu Oesterreich etc.

1593, June 24.  A place near Sisak.

Rupreht Eggenberg reports to Archduke Ernst about
the victory over the Turks at Sisak.

Durchleuchtigister erczherzog, gnedigster fürst vnd herr. Euer fr. Dht. sindt meine vnnderthenig vnd gehorsamst dienst beraith zuuor. Das der allmechtige Gott sein gnadt geben, das der Hassan Bassa in Bossen den 22. dits gegen 10. vnd ailff vhr vor mitag mit seiner bey sich habenden macht alda bey Ottokh zwischen der Sau vnd Chulp antroffen, vnd aufs haubt geschlagen, das werden euer für. Dht. nun mehr genedigist wissen. Das Windische-gräniz kriegs-volkh zu ross vnd fuess haben den ersten angriff gethan, aber wie der feindt mit dennen an der Oder versezten Janitscharen so starckh auf sy getrungen vnd aus irem vortl nit wellen, sindt baldt nach innen die Kärner vnd Krainerischen pferdt geuolgt, sogleich die aus der Carlstatt, des obristen von Redern gesellschaft mit denen grinen vnd weissen röckhl vnd Teutschen fuess volkh, vnd haben sy in die flucht geschlagen. Er Hassan bascha, als er den ernst so hart gesehen, ist zu der bey Ottockh vber der Chulp gerichten pruggen vorangerendt vnd sein volkh verhofft zu wenden vnd aufzuhalten, in deme geschicht das fortruekhen auf die feindt dermassen so starkh, das sy in derselben eyl nit hinüber khünnen, sondern haben sy müessen in die Khulp geben, darinen ain grosse anzall von ansehnlich statlichen, voll angethanen Türkhen dessgleichen gebliben, wie dann desselbigen, vnd noch gesterrigen ganzen tags, auch iezo dise stundt im wasser die Türkhen vnd ross in lauffender menge hinab rienen. Der bascha selbs mit etlichen begen, aga, spahien, sayn, auch anderen fürnemen Tüerkhen hat sich in solchen wesen etwas besser gegen Sissekh geben, vnd daselbsten sein leben in wasser neben dem Memy beg, item des Türkhischen kaysers schwester sohn, deren khöpff man baldt abgehaut vnd in der geschwinde, funden. Was sonsten von mehr beegen, aga, spahien vnd anderen namhafften Türckhen, fanen vnd sachen geblieben, da waiss ich noch nit, vnd man muess alles vnd iedes ordenlichen zusamen richten, dann wie es sich wirt recht finden, das sollen euer fürst. Dht. hernach mit mehreren aussfierung vnnderthenigist bericht werden. Ich habe zwar so uil in augenschein, das die Türkhen, so herunden der Chulp gewesen, wenig daruon khomen. Doch wie ich vmb die widererstattung des haimblichen hinwekhgetribnen peytasch so strakh geredt, finde ih, das die mehrer thaill todt bliben, vnd ime dem feindt ausgehaltnen schärmizl, vnd dero niderlag grosses merkhlichen schadt beschähen. Acht stuekh auf rädern, darunder die ain Kazianerin genannt, die seidt ime alle neben 30 schiff, darinen sy zum thaill profiandt, munition vnd anders gefüert, abgehalten; vnnder solchen stüeckhen sind drey, die von vierzig, vier vnd vierzig, vnd fünff vnd vierzig phundten schuess. Die vbrigen sindt etwas khleiner. Der eroberte gewin hat sich sonssten also gehalten: Was guet redliche leuth in ersten angriff mit der faust erobert, das haben die Vssgogen vnd fuessvolkh hernach aufkhlaubt vnd nachtlicher weill darbey etlich hundert schöner vnd schlechter ross hinwekh gefüert, das dann ieczo sonderlichen vnder der teutschen ritterschafft auch mehr ehrlichen leuthen will grosse schwierigkkait machen. Souil ich durch ainen erlangten gefangenen Türkhen aus gehaltner examination hab mügen in die erfarung bringen, wie starckh er den bascha etwo alda zu velt gelegen, zaigt derselbe an, das bey ime sein besoldes khriegs volckh vnd, wie mans nennt, hoffgesindt erstlichen 4000 mann zu ross vnd fuess gehalten.

Item der Hramasan beeg mit ….. 1000 starkh

Aparty beeg von Klyss ….. 3000 starkh

Zimery Memy beeg ….. 1500 starkh

Saffer beeg von Zernickh
sein bascha in Bossen brueder …..   700 starkh

Der beeg von Herzegovina des
Achmet bascha Sohn an der Portten … 3000 starkh

Kurt beeg des Verhat Bascha sohn 1 … 500 starkh

Rustan beeg von Petrynia ….. 500 starkh

Ibrachin beeg von Lykha ….. 2000 starkh

Kapitan von Gradischka ….. 1000 starkh


Was aber weiter die spahien, sayen vnd ander landtvolkh gewesen, des sich wo nit mehr doch auf 20.000 man gewiss erstrekht vnd gleichsfahls alda bey sich zu velt gehabt, das ist in obgeschribnen zall nit begriffen. So woll khan ich noch auf dis mahl aigentlichen nit wissen, was von beegen, aga vnd andern namhafften Tüerkhen todt gebliben, die zeit wirts geben, vnd dasselbige alles soll eur für. 

Dht. ordenlich vnd gehorsamist zugeschriben werden, dis beschicht allain in eyll. Eben in der stundt nemen wir vnnsern weeg nach Petrynya, khünnen wir nun was geschwinde, weil sich alle verhinderung an der profiandt erzaigt, was richten, wollen guet, wo nit so müessen wir bloss solcher vermanglung willen aus getrungner noth wider ab vnd weckh ziehen, das sonsten nit beschühe. Ich hoffe auch auf dis mahl bey iren grossen schreckhen, das hauss mit sambt Hrastouiza zunemben. Welcher massen eur für. Dht. dann ich noch von der zeit etlich mahl geschriben, da man will vns fürnemen, die verhinderung wer maistenthaills die profiandt sein. Vnd souil soll eur für. Dht. ich auf dismahl vnnderthenigist nit verhalten, mich gehorsamist beuelchendt. Datum in veltlager bei Ottokh, den 24. juny 93. E. f.

1593, June, 25.

Wie die unsern auf 22 diss und als es eben mit dem Haus Sissegg in extremis gestanden, den Bassa in Bosna geschlagen, das wird gegenwärtiger Courrier Ihrer fürstl. Dehl mundlich anzeigen, schriftlich uns nichts zukommen; wie man sagt, sollen wol in 3000 Pferd im Wasser der Kulpa herabgeschwummen und dasselbe Wasser ganz schwarz von Rossen und Türken gelegen, des Bassa Ross, Zeug, Wehren und anderes bekommen, auch wie man verhofft, er Bassa selbst auf dem Plan geblieben, desgleichen der Hrustan Beg von Petrinia und viel andere ansehnliche Türken auf die Haut gelegt worden sein, dan die unsern wenig gefangen sondern mehrerteils niedergehaut haben.



1593, June, 25.

In Eil füg ich dem Herrn zu vernehmen, dass diese Stund des Herrn Obersten Herrn Rupprecht von Eggenbergs Diener per posta von der Greniz allher kommen, anzeigend, dass sie die Türken in Stürmung Sissekh bis aufs Haupt erlegt. Der Bassa aus Bosna sammt 9 Begen mit ihrer Ritterschaft, so alda gewest, haben mit zweien Haufen in der Schlachtordnung gehalten und die unsern verwardt, der meinung, die fertige Jarzeit zu begehn.  Der allmächtig aber aus seiner göttlichen Güte hat es also geschickt, dass die unsern die Türken stracks in die Flucht geschlagen, Inen die neu Pruggen, so sie bei Sissek gebaut, abgejagt und also eingenommen, dass die Türken über 300 kaum hinüber kommen, den Uberrest, was zwischen der Wasser gewest, haben die unsern fast alles niedergemacht, auch in 3000 ins Wasser gesprengt, so alle ersaufen müssen, das Fussvolk ist mehrtheils enhalb des Wassers gewest in die Flucht geben. Alles Geschütz, so dieser Bassa vor Sissegg gehabt, als nämlich 7 Stück, haben sie hinter gelassen und verhofft man, er Bassa sei sammt den 9 Begen gewiss auf dem Platz blieben, da man sein böst Hauptross bekommen hat Der Türken sein bei 16.000, der unsern 5500 gewest.

Wien 26 Juny. Heut Abends um 4 Uhr ist ein Courrier, s0 des Herrn von Eggenberg's Diener und bei dem Treffen gewest, so den 22 diss fürgangen, der bringt gleichwol kein Schreiben, weil sie im Feld mit Dinten und Papier in der Eil nit gefasst gewest.

1593, June, 26. 

Report by Ruprecht Eggenberg.

Relation des Curriers, so aus dem Lager von Sissek durch Herrn Ruprechten von Eggenberg an die Frl. Dhl. Ertzherzog Ernst abgefertigt. Den 20 Juny seindt das Carlstätterische und windische Kriegsvolk samt des von Rödern Reitern und anderem Kriegsvolk über das Wasser die Saw gezogen, umb Sissek zu entsetzen. Wie sie nun bey eine Meil wegs auf die Heyden kommen, alsbald Lermen worden, dann der Feindt auf 500 Pferd zum Streifen ausgeschickt, da habe der von Eggenberg entgegen auch in 100 Pferde fortpassiren lassen, zu sehen, was für ein gelegenheit. Alsbald die unsern die gemelte Türggen in die Flucht geschlagen, ungefähr bei 30 gefangen, auf solches nun die Unsern weiter geruckt, bis gen Schellin, alda über Nacht geblieben und habe der von Eggenberg wiederum 100 Pferd ausgeschickt, zu erkundigen, ob man brieff gen Sissek bringen könnte solliches Kriegsvolk alda zu treffen, sy irer ankonfft und des Soccorso zu berichten. Als sie nun über die Sau gefahren, habe der Feind gleichfalls underhalb auch über das Wasser gesetzt, darauf die unsern alsbald sich in die Poscheten gestelt, aber gar zu bald ausgesprengt, und nit erwartet, bis der Feind recht herfürkommen, gleichwol bei 10 in 12 Türggen erobert und die Andern in das bemelte Wasser die Sau gejagt. Folgenden Tags 21 Juny seindt die unsern weiter fortgezogen in das andere Quartier, alda sie berathschlagt, wie der Feind anzugreifen, und solcher angriff uf 22 diss angestöllt und vngefehrlich um 12 oder 1 Uhr nachmittag haben sie den Feind im Namen und mit Gottes Hilfe angriffen, welcher allberait in seiner Schlachtordnung gehalten, auch der unsrigen gewartet, alda den Bassa und seine 9 Begen, auch ganze Reiterei, so ungefähr 10 M. stark, welche alda zu Ross gewesen, entgegen kommen; alsbald habe der Ban samt den Husaren, so den Vorzug gehabt, angefangen zu treffen. Als nun die unsrigen gesehen, dass der Feind so stark, haben sie sich wiederum gewendet und die Archibusier ernstlich gemahnt, ihnen zu Hilf zu khomen, wie dann geschehen; alsbald der von Rödern und das ander Kriegsvolk zu Ross strakhs nachgedruckt, als aber der Feind vermerklıt, dass die unsern auch so starkh, deren doch über 5000 in Allem nit gewest, und da es ans Treffen gangen, begab er sich in die Flucht und starkh nach der Pruggen zue, welche er etliche Tag zuvor gleich gegen Sissek über von Neuem geschlagen gehabt, also dass deroselben ungefährlich bei 3-400 hinüberkhomen, die Archibusier aber von der Carlstatt, so sich in diesem Treffen gar ritterlich und wol verhalten, seindt dem Feind doch vorkommen und solliche Pruggen doch eingenommen; darauf das ander unser Kriegsvolk, dermassen so starkh in den Feind gedrungen, den meisten Theil alles niedergehaut, das übrige so ausgerissen und durch das Wasser die Culpa sich saluiren wollen, alles ersoffen, auch niemandt derselben seiten darvon kommen. In diesem erstlichen Angriff haben die unsern bei 200 lebendige Ross erobert, under welchen man vermeint, dass der Bassa von Bosna auch geblieben, wie dann dessen Ross wehr auf der walstatt auch gefunden und die gefangene Türken selbsten bekennen. Über die Anzal der Gefangenen habe man noch nit gewust, dann der Eilkurier straks nach diesem Treffen abgefertigt worden, sey auch selbst mit und darbey gewest, underdessen habe man bei 3 ganzer Stunden lang des Feinds Man und Ross im Wasser todt sehen schwimmen, wie dann der gedachte Obriste von Eggenberg selbsten über 1000 Ross gezält, so in der Culpa herabgeschwommen. 

Als nun das ander Kriegsvolk, welches der Feind auf der andern Seiten des Wassers gehabt, gestehen (gesehen), dass alles niedergehaut und erstochen worden, haben die das Pulver und anderes was sie bei ihnen gehabt, alles zusammengetragen und das Feuer darein gesteckt. Nach solichem allem sey der von Eggenberg in die Festung Sissek geritten, soliche besichtiget, wie der Feind gehauset, darauf Ime das Kriegsvolk angezaigt, dass der Feindt vor 2 Tagen zwen Sturm auf den Vorhof gethan, aber nichts erhalten, alsbald habe ers straks angefangen zu beschiessen, also dass sie sich nit lenger hetten erhalten können, sondern gänzlich sich zu ergeben gemeint. Hernach sei gemelter Herr von Eggenberg hinaus, alda die Türken ihr Lager gehabt, auch geritten und besichtigt, was verhanden, habe man 5 grosse Stück Geschütz, darunter auch die Cazianerin, wie sie die Türggen nennen, samt zwei kleinen stückhlin, so darbey gewesen, befunden, welliches das türkische Fussvolk in der Flucht hieterlassen.

Vertrauter gn. Herr. In Eil diser Stundt ist des Herrn Obristen von Eggenberg Diener per Posta von der Gräniz anberkommen anzeigende, dass sie dem Türggen im Stürmen Sissegh bis aufs Haupt geschlagen. der Bassa aus Bosna samt 9 Begen mit ihrer Ritterschaft in zweien Haufen alda gewest, in Schlachtordnung gehalten und der unserigen erwartet, vermeinende, Er wolle die fertige Jahrzeit begehen, sich aber das Pletlin (Blättlein) gewendet, Inen auch die Schantz gerathen, dan sy ime die neuen Pruggen, so er bei Sissek erbauet, abgejagt und der Türggen nit über 300 hinüber kommen, der übrige Rest, so zwischen dem Wasser gewest, alles niedergehaut, also bei 3000 ins Wasser gesprengt, die alle ersaufen müssen; aber das Fussvolk, so innerhalb des Wassers gehalten, geflohen, das Geschütz, so er gehabt als 7 Stukh hinterlassen, dass man vermeint, es sey der Bassa aus Bosna sammt den 9 Begen für gewiss auch umkommen, dar.n des Bassa bestes Hauptferd erobert worden, sonsten sollen die Türggen bei 16.000 und die unsern in 5500 stark gewest sein. Ein aigner Courrier des vielgedachten Herrn von Eggenberg Diener, so zu der Kais. Maj. nach Prag abgefertigt, hat diese fröhliche Botschaft gebracht, dass die unsern den ersten Angriff gethan und den Pascha sammt seinem Heer bis aufs Haupt geschlagen, so ist der Beg von Petrinia Inostran, der ein heftiger Christenfe nd, auch erschossen; und also ein ansehnliche Beut, sonderlich von Rossen, die unsern bekhomen, welches den Herrn ich in Eil berichten sollen. Datum Wien 26 Juny 1593.

Nach dieses einkomnen fröhlichen Botschafft zu Prag haben die kais. Maj. Gott dem Herrn zu Lob und Ehre das Te Deum laudamus singen, sonsten durch die Stadt triumphirer las-en. Gnädiger Gott wolle forthin diesem Feind sein fürnehmen weiter steuern und abkürzen. 

Amen.


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