1664 - Zrinski's Winter War a German account

source: https://books.google.ca/books?id=6P9aAAAAcAAJ 




Feldzugs-Journal oder sonders ausführliche Erzehlung, was bey der beyder Herrn Grafen von Serini und Hohenloh Hochgråfl. Excellenzen, gegen die Türcken bis an die berühmte Brücken Zu Esseck beschehenen Remarquablen Expedition denckwürdig passiret: mit Benennung aller derer Teutschen hohen Officiers welche hierbey geblieben sind. 

Campaign journal or a particularly detailed account of what happened to the two Counts of Serini and Hohenloh Hochgråfl. Excellencies, against the Turks up to the famous bridge in Osijek, the remarquable expedition passed worth remembering: with the naming of all those German high officers who remained here.

Anno 1664.


Den 18. 8. Januarii fiengen die Trouppen hier wiederum an zu marchiren, und brachen noch selbiges Nachmittags des Herrn General Lieutenants, Graffen von Hohenlohe Hochgråfl. Excell. von Pettau selbst auf, und logirten vor Ihre Person selb 3. zu grossen Sontag.

Den 19. 9. durch Tschakathurn, Legrad vorben, biß zu dem Herrn Grafen von Serini nach der neuen Vestung Novigrad, oder Serinwar genant, den 20.10. Jan. ist General Bendevous auf gegenseit der neuen Vestung gehalten worden, allwo der Chur-Bayrische General Wachtmeister Fucher, mit in die 1500. Mann zu Fuß, wie auch zwo Compagnien zu Pferd, benebenst andern 6 Compagnien zu Pferd, von denen Testa Picolominischen, und etliche 100 zu Fuß von dem Spickischen Regiment unter dem Commando Herrn Obrist Lieutenant, Herrn Graf Lesle zu uns gestossen, selbige Nacht auf jenseit der neuen Vestung im Wald, und zwar auf Türckischen Boden campiret.

Den 21. 11. mit samt dem Tage, marchirten wir, Dito est der Herr Graf Schndiani, mit seinen Husaren, und Heyducken bestehend zusammen in die 8000 Mann, nahend der Vestung Preßnig bey uns ankommen, und hatte unsere Avantgarde unfern Preßnig, die Ariereguarde aber, so wegen eines ången Passes nicht folgen können, bey einem Dorff campiret.

Den 22. 12. hat man angefangen Faschinen und allerhand Pråparatoria zum Sturm zu machen.

Den 23. 13. gegen den Tag als die Batterien verfertiget, und alles zum Sturm bereit, haben die Türcken angefangen zu parlamentiren, und endlich diesen Accord bekommen, daß sie benebenst denen Tartarn, so in die 240 bey ihnen gewesen, mit Sack und Pack samt ihren Fähnlein naher Sigeth mit gnugsamer Convoy versehen, ziehen mögen. So auch um Glock 9 uhr also fort beschehen, und seynd sie in die 837.  Seelen ausmarchiret; wor. bey sich eine Disordre zwischen den Freyheyducken, Grånitzern, Zigennerns und Tartarn erhoben, da jene dieser etliche darnider geschossen, so aber durch beeder Herrn Grafen Excell. Gegenwart und Vermittlung also gleich gestillet worden, selbiges Tages noch eine Meilweges gegen Babotscha fortgerucket, und wiederum campiret. 

Den 24. 14. um den Mittag vorgedachtem Babotscha ankommen, die Türcken haben zwar erliche wenige Schuß mit Stucken heraus gethan, aber, weiln es aber schön klar Wetter, daß sie die gantze Armee in voller Battallie konten sehen marchiren, alsobalden zu capituliren angefangen, da sie dann einen Accord ohne Gewehr, mit Stecken in der Hand auszuzichen, bekommen.

Den 25. 15. Morgens um 10 uhr, seynd sie in 1072. Seelen ausmarchiret, und zu denen aus Preßnitz gestossen, und hat man ihnen endlich noch etliche Schlitten mit Pagage accordiret. Dito, nach 2. Stunden weiters marchiret.

Den 26. 16. mit samt dem Tage wieder fort. Dito, wurde bey Leibe und Lebensstraff ausgeruffen, daß niemand von der Armee vorauslauffen solte.  Und campirt bey einem Dorff, ein viertel Meil von Sigeth.

Den 27. 17. Sigeth fürbey marchirt, der Feind hat starck mit Stucken herausgespielet, aber keinen Schaden gethan: Etliche Officiers, und Volonteurs, haben mit denen Türcken charmuciret, und deren erliche nieders geschossen. Graf Serini ist mit seinen Crabaten vorausgangen, und sich naheben Fünffkirchen logiret. Budiani mit den Ungarn, hatte diesen Tag die Avignarde!

Den 28. 18. ist ein grosser dicker Nebel gewesen, dahero wir eine Zeite fang in der Irre marchiret, und endlich bey Persch, oder Fünffkirchen ankommen. Dito, haben die darinnen liegende Türckische Reuter sich herausbegegen, um sich durch zuhanen, sind aber von dem Grafen Serini, und seinen Crabaten, so den Ortgleich früh Morgens berennet, repousfiret worden. Die Infanterie hat in den Vorstädren: die Reuterey aber vor felbigen campiret.

Den 29. 19. frühe zwischen 6 und 7 uhr ist die Stadt mit Sturm übergangen, die Leute sind theils auf das Schloß gewichen, theils, und zwar eine grosse Anzahl, darunter auch unterschiedliche Frauen, und Kinder, sind von den Unstigen midergemacht, und theils jammerlich hingerichter worden, so auch erliche Christen betroffen, die unbekandt darunter herhalten müssens eine große Anzahl selbiger aber, haben sich in ein Haus mit Weib und Kindern retirirer, und sind durch Hülffe zweyer bey ihnen sich befindenden PP. Jesuiter erhalten worden, so hernach mit uns sich heraus auf Christlichen Boden begeben, und ist dieser Tag meistentheils mit Pländern und Bren Ben, (wiewohl wider Verbott:) sugebracht worden.

Den 30. 20. als es begunt Tag zu werden, Hatman angefangen das Schloß zubeschtesen, und Präparatorta zum Sturm zu machen.  Sie haben sich aber tapffer gewehrer, und noch selbigen Abend, den Herrn General Wachtmeister Baron de Hammerling, welcher im recognosciren erwas zu nahe gangen, mit einem Toppelhacken todt geschossen. Dito, wurde auch Der Bayrische Capitain Lieutenant zu Fuß plessirt, daran er auch bald gestorben, und desselben Regiments Obrister Lieutenant Herr Graf Frank von Herberstein, wurde mit einem Pfeil, nahe bey dem Herzen zur lincken Seiten, geschossen, daran er stracks Todtes verblichen; Etliche andere Officirer mehr, wurden gequetscher, auch unterschiedliche Soldaten todt geschossen.

Den 31. 21. nachdem Herr Graf von Hohenlohe, bey Herrn Grafen Serini, auf dessen Begehren, mit seiner Parole sich engagiret, das Schloß weder mit Accord, noch durch Sturm, ohne dessen Gegenwart, einzunehmen, find hochgedachten Grafens Serini Excell. mit der Ungarischen Cavallerie und 500 Teutschen Reutern, unter dem Commando des Braunschweig: Lüneburgisch. Herren Obristen von Rauchhaupt, um die Brucken bey Esseck zuverbrennen, und um Mittagszeit aufgebrochen. Diesen Tag ist auch Herr Obrister Lieutenant von Sickingen, vom Churmainzischen Regiment beschädigt worden, davon er etliche Tag hernach , im marchiren, nahebey Sigeth, gestorben.

Den r. Feb. 22. Jan, hatman unterschiedlich charmuciret, und allerhand Präparatoria zum Sturm gemacht. Dito, sind Ihr Excell. Herr General Lieutenant Graf von Hohenlohe, an die lincke Seiten geschossen, doch (Gottlob:) nur gestraifft worden; und sind diesen Tag wiederum etliche ges meine Knechte gequetschet, und etliche wenig todt geschossen worden.

Den 13. Jan: 1. Febr: Gegen Morgen, ist ein bewehrter Christ herraus kommen (massen darinnen aller hand Natinonen und Religionen gewohnet) welcher ausgesagt, daß Mangel an Wasser und Brod darinmen seye, und viel Leut von unsern Granaten tod blieben, und gequetschet worden, und hat man fort gefahren, Wollensäcke, Leitern, und Faschinen zum Sturm fertig zumachen.

Den 24 Jan: 3 Febr: Ward gleichfals wie die vorigen Tage gear beitet und etwas wenig geschossen.

Den 25 Jan: 4 Febr: Hatman noch unterschiedliche Türcken, so sich hin und wider verstecket, gefunden, so aber alle nidergemacht worden. Dito hat sich eine starcke Feindes Parthey von Sigeth sehen lassen, aber unverzichter Sachen wieder fortgangen. Diesen Abend haben die auf dem Schloß, feurige Pfeiler zumranzünden, auch andere, woran sie geschriebene Zettul angebunden, und die Pfeiler Schaden zuthun, (wie etliche Verständige geurtheilet:) beschworen, heraus geschossen, da dann auf einem diese Wort gestanden, wie solche einder Sprach kündiger Jesuit gedolmetschet: Propter meritum unius Sancti moveaste de hinc, si non movebis, habebis ad caput; Zu Teutsch; Um Willen des Verdiensts eines Heiligen, heb dich von hinnen; und wo du dich nicht hebest, solst du eines an den Kopff bekommen.

Den 26 Jan: 5 Febr: Gegen 9 uhr, ist Herr Graf Serini wider zuruck kommen, hat gute Verrichtung gehadt, die Brucken bey Esseck auf 8565 Schritt lang, und 24 brait sambt 500 Dörffern, an dem zuruck March, und etliche türkische Palancken abgebrandt: als Torrack nahe bey Esseck, darinnen er 12 Türcken ertappet, und alle nidergehauen: dann Mohaz, Nadaft, Setsch, Bardar, Tetschzüg, Pallanck, Viwar, und andere so von denen Türcken verlassen worden. Als Herr Graf auf seinen Hinmarch Kundschafften erlangt, daß unweit in einem Dorf etlich hundert Tartarn stünden, ist Er auf sie los gangen: Die aber, durch Losbrennung zweyer türckischer Stücke, Alarm bekommen, sich in grosser Confusion das von gemacht, in zwey Theil separiret, und die eine Helfft durch die Donau, die andere aber durch die Drab, in felbiger grimmigen Kälte übergeschwommen, Dito hat man zween gefangene Türden, nachdem man solchen die Mine, welche dazumahl fast fertig, gezeiget, ins Schloß auf Caution und Parole, umb die Belagerten zur Übergabe zu bereden, in Schloß geschicket, sind aber nicht wieder zuruck kommen.

Den 27. Jan: 6. Febr: Hatman Kriegsrath gehalten, und ist endlich geschlossen worden, daß man, zumahlen der Orth von keiner Importanz, oder Consequenz, unn bey dem Sturm noch mehrere Officirer und Soldaten, als Deren man bereits viel verlohren, einbüssen möchte, auch zubeförchten, die Kälte möchte nachlassen, unn jähling weich Wetter einfallen, daß man als dann schwerlich aus dem Land kommen könte, abziehen solte; so auch des andern Lages beschehen. Dito hat der Feind an der Bäyrischen Seiten einen Ausfall gethan, und eine Schildwacht, benebens vier Mußquetirern nidergehausen. Diese Nacht hat man die Stücke wider von den Baterien geführet.

Den 28. Jan: 7. Febr: Ist man mit samt dem Tage, als man die gantze se überaus grosse Stadt, darinnen 9 türkische Tempel, und viel Bäder, gänglich in die Asche gelegt, abmarchiret, und hat eine starcke Meile davon bey einem Dorff campiret.

Den 29. Jan: 8. Febr: In aller früh wieder zwey Meilen fort gerucket, und disserts Sigeth bey einem Dorf campiret, so ohngefähr eine halbe Stund von Sigeth gelegen. Dito, gegen Abend, hat sich eine türkische Parthey, mit der Croatischen Wacht ebargiret, bey dem Hauptquartier sehen lassen, ist aber bald wider fort marchiret.

Den 30. Jan. 9. Febr: Sigeth vorbey gangen, und solches, wie vorhin auf der Linden, anjetzo zur rechten liegen lassen. Die Türcken haben wiederum unterschiedlich Canonschüsse, auf die Armee, aber ohne Schaden, gethan, und bey die 100 Reuter, benebens etlichen Janitscharen, mit den un, frigen zu cbarmuziren, her aus geschickt. Dito, ward widerum bey einem Dorf campirt.

Den 31. Jan: 10. Febr: Sind wir widerumb in aller früh marchtret. In wärenden March nachmittag, hat der Feind unter18. Fahnen in die 2000 starck in unsere Arriereguarde gesetzt, und bey der Neuburgischen Compagnie zu Pferd, welche nebenst ihren Officirern tapfer chargiret, selbigen Rittmeister Herrn Baron de Eineten, die lincke Hand ab, die Rasen entzwey, und in allem 9 Wunden gehauen, den Leutenant aber mit einer Lanzen Durchrennet, davon er wenig Stunden hernach geblieben, und von solcher, und pomerischen Compagnie, etlich und zwanzig gemeine Reuter in der ersten Furie nidergemacht, diese aber sind durch den Braunschweig: Lüneburg Herrn Dobersten Rauchhaupt, und den Würtenberg. Herrn Rittmeisters von Eyb, zeitlich entseßet, Die Türcken widerum zuruck geschlagen, und dersels ben 22. sehr vornehme, worunter der gewesene Commendant in Presniz ers rennet, niedergemacht worden: ohne die, soste Tod, und verwundet mit fort geschleppet, derer man eine zimliche Anzahl getrachtet: Dito, aber bey einem Dorfan einem grossen Morast campirt und ist diesen Tag Herr Graf Serini nach Babotscha gegangen, daselbst wegen der Quarnison Verfügung zuthun.

Den 1. 11. Febr: sind wir mit dem Tage wieder fort, unn haben eine Meile von Segest bey einem Dorff, Campiret. Dito, ist die von unserer Armee in Babotscha Hınderlassene Guarnison von dorten ob, und nach Presniz marshiret.

Den 2. 12. Febr: Dito vor Segest ankommen. Sobald die Türckische Guarnison unserer Armee in voller Batallie ankommen gesehen, haben Sie das Hers so bald verlohren, und auff derer zu Babotscha Conditionen Capituliret, mit dieser Bedingnus, daß Sie 40 Christen, halb Ungarn, Halb Teutsche, aus der Gefängnus entledigen solten: weßwegen der Commendant mit 6 vornehmen Türcke zu Geißeln verblieben. Diese Guarnison aver, hatt vorhero all ihr Haab, und Gut, auch Weib, unn Kind, nacher Canischa gestehet, und dieselbe unter 3. Agen nur 40. Mann starck gewesen. Dieser Orth ist sonst wohl verwahret, der so leichtlich nicht solte bezwungen werden.

Den 3. 13. Febr. wiederumb frühe fort, und eine Weile weiter marchiret, Dito, wieder bey einem Dorf Campiret.

Den 14. 4. Feb: Presniz vorbey, aber selbige, Wie auch die Hinterlassene Babozische Guarnisonen, sich wieder mit uns Conjungiret; haben Campira bep einem Dorff, Sarcan genannt, eine Meile von Serinwar ligend.

Den 15. 5. Febr: selbige Neue Vestung, und die Mur über die Schiffe brucken daselbst, wieder passiret, deß Nachts in der Insul zu Docrobrot logiret.

Den 16. 6. Febr: sind des Herrn Grafen von Hohenlohe hochgrafs Excell: wiederumb in dero Quartier nacher Pettau, und die såmbtliche Trouppen den 17. Dito auch wiederumb in die ihrige gerucket.


NOTA.

In obgedachten 3 eingenommenen Vestungen, haben sich befunden etlich und vierßig Metalline, meist den Römischen Kayser aberoberte Stuck benebens zimblichen Vorrath an Munition, und Uberfluß an Proviant, und sind viel gefangene Christen alldorten wiederumb Erobert, und ledig gemacht worden, auch unterschiedliche von den Tartarn bey Preßburg ge fangene Weib, und Kinderre. Die beeden ersten Vestungen, sind von Herrn Grafen Serini mit 200 Teutschen Musquetierern von dem Spickischen Regiment, nebenst seinen Heyducken und Husaren, die Leßere abervon Herzs Graf Budiani Heyducken aus klein Comorra, besetzt, und Canischa also fast gar bloquirt gehalten worden. Gott gehe ferner glücklichen Progress.

ENDE.


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